<h3>Aufruf an Betroffene, ihre Erfahrungen zu teilen</h3>
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<p>Wien (epdÖ) – Anlässlich des Internationalen Tags der älteren Menschen am 1. Oktober hat die Diakonie Österreich eine bessere Unterstützung für pflegende Angehörige gefordert. Rund 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Österreich werden zu Hause betreut – eine Leistung, die zu fast 70 Prozent von Frauen erbracht wird, meist im Alter zwischen 56 und 65 Jahren. Viele begleiten kranke Partnerinnen und Partner oder Kinder mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten, unterstützen Eltern und Schwiegereltern oder kümmern sich um Geschwister, Freunde und Nachbarn. Die Diakonie fordert für sie verlässliche Unterstützung durch verständliche Informationen sowie leichter zugängliche und leistbare Betreuungsangebote.</p>
<p>„Menschen, die Angehörige betreuen, fehlt oft Zeit und Kraft, sich im komplizierten System zurechtzufinden. Wer sich tagtäglich um andere kümmert, braucht mehr als verbale Wertschätzung“, betonte Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser in einer aktuellen Aussendung. Es brauche „echte Orientierung und Sicherheit“ und rasch verständliche und verlässliche Antworten darüber, welche Hilfen es gebe, wer entlaste und wie diese finanziert werden könnten. Wer sich nicht mit der Bezeichnung „pflegende Angehörige“ identifiziere, fühle sich häufig auch von entsprechenden Angeboten nicht angesprochen. Beratung, Entlastung und finanzielle Hilfen würden dadurch mitunter nicht in Anspruch genommen.</p>
<p>Wie groß die Unsicherheit beim Thema Pflege ist, zeige eine aktuelle repräsentative Umfrage des Market-Instituts im Auftrag der Diakonie. Demnach weiß jeder zweite Österreicher und jede zweite Österreicherin im Ernstfall nicht, an wen er oder sie sich wenden kann oder wie Informationen über Unterstützungsangebote zugänglich sind. Zwei Drittel der Befragten meinen zudem, dass die staatliche Unterstützung im Pflegebereich in Österreich nicht ausreiche.</p>
<h3>„Die Diakonie hört hin“: Mitmachen erbeten</h3>
<p>Unter dem Motto „Die Diakonie hört hin“ hat die Diakonie begonnen, Erfahrungen zu sammeln: von Menschen, die Angehörige betreuen, sowie von Menschen, die selbst mit Pflegebedarf leben. Als Orientierungshilfe dienen Fragen wie: Wo fehlt Ihnen Unterstützung? Welche Wege funktionieren in der Praxis nicht? Wo fühlen Sie sich nicht gehört, nicht informiert oder allein gelassen? Welche Tipps haben Sie für Menschen, die neu Pflegeaufgaben übernehmen? Was müsste sich ändern, damit Pflege zuhause menschlicher, gerechter und leichter wird?</p>
<p>„Wir wollen unser Ohr nahe bei den Menschen haben. Wir wollen ihre Erfahrungen hören und zu einer starken gemeinsamen Stimme zusammenführen. Damit Unterstützung besser ankommt und weniger Lücken hat. Und damit das, was gelingt, gestärkt wird und gute Ideen weitere Menschen erreichen“, so Moser.</p>
<p>Teilen kann man seine Erfahrungen in den kommenden Wochen auf der Website der Diakonie: <a href="http://www.diakonie.at/die-diakonie-hoert-hin">www.diakonie.at/die-diak…;